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Entwicklung der ehemaligen Frauensportgemeinschaft im Bistum Trier





Auf der Marienburg bei Bullay wurde am 27. April 1952 der DJK-Diözesanverband Trier gegründet. Es dauerte bis zum Herbst 1959, bis auch die Frauen ihre Stellung innerhalb der DJK-Bewegung erhielten.

Gründung und Aufbau

Am 18. Oktober 1959 wurde Marlene Kauth als 1. Vorsitzende in die neu gegründete Frauensportgemeinschaft (FSG) des Diözesanverbandes Trier gewählt. Die FSG, als eigenständige Institution der DJK, forderte alle jungen Mädchen und Frauen zum Sporttreiben bzw. zur vernünftigen Leibesertüchtigung auf.

Durch den tatkräftigen Einsatz der Diplom Sportlehrerin Marlene Kauth aus Koblenz-Asterstein wurden 1961 in vielen Vereinen der Diözese Trier Frauensportgemeinschaften gegründet. Dies war ein guter Weg, um der Bevölkerung den Frauensport näher zu bringen und ihn zu etablieren. Vorurteile gegen den Frauensport mussten anfänglich aus dem Weg geräumt werden, bis schließlich die sportbegeisterten jungen Damen auch die Männerwelt überzeugten. Argumente wie „Die Pflege des Sports ist ein gesunder Beitrag zur ganzheitlichen Erziehung und Körperentwicklung“ oder „Diese Erziehung müsse ja schließlich auch Mädchen und Frauen gewährt werden“ stießen auf Beachtung. Marlene Kauth war nicht nur 1. Vorsitzende der FSG, sie hatte damit Sitz und Stimme im Diözesanvorstand. Sie organisierte Leichtathletik-, Gymnastik- und Gerätturnlehrgänge für Mädchen und Frauen – bildete selbst Andere zu Übungsleiterinnen aus und führte Fortbildungen durch. Zudem engagierte sie sich dafür, dass die FSG eine eigene Seite in den monatlich erscheinenden „DJK-Mitteilungen“ im Bistum Trier für ihre Informationen erhielt.

Am 4. Mai 1967 trafen sich in Andernach 33 Delegierte aus 14 Vereinen, um Marlene Kauth für ihre hervorragende Arbeit in Sachen Frauensport zu danken. Gleichzeitig legte sie nach acht langen Jahren voller Elan und Tatendrang ihr Amt aus familiären Gründen nieder. Zum gleichen Zeitpunkt wurde auch das letzte Ziel erreicht: Die FSG war nicht mehr außen vor bei der DJK, sondern die FSG wurde Teil der DJK.

Erstmalig in der DJK: Frau als Vorsitzende
Auf Marlene Kauth folgte mit Maria Wilkes eine weitere sehr engagierte Frau in der DJK-Bewegung im Bistum Trier.

In der März-Ausgabe 1968 der „DJK-Mitteilungen“ des Bistums Trier berichtet die DJK Ochtendung: „Es dürfte in der Geschichte der Sportgemeinschaft Deutsche Jugendkraft einmalig sein, dass – wie jetzt in Ochtendung – eine Frau als Vorsitzende eine DJK-Abteilung leitet. Ihre Wahl war die wohl bemerkenswerteste Begebenheit der Jahreshauptversammlung, zu der sich eine große Anzahl aktiver und inaktiver Mitglieder im Bahnhofshotel eingefunden hatte. (…)

Wesentlichster Punkt der Tagesordnung war die Neuwahl des Gesamtvorstandes. Hier wurde die Leiterin der Leichtathletikabteilung, Maria Wilkes, zur Vorsitzenden gewählt. Mit der Berufung an die Spitze des Vereins honorierten die Sportler/innen und Mitglieder die bisherigen Leistungen und die mühevolle Kleinarbeit von Frau Wilkes. Man ist davon überzeugt, „dass sie auch als Vorsitzende des Gesamtvereins ihren ´Mann` stehen und der Sportgemeinschaft neue Impulse für eine weitere Aufwärtsentwicklung geben wird.“

Übrigens… Maria Wilkes war bis 1995 – also 27 Jahre – Vorsitzende der DJK Ochtendung.

Im Diözesanverband Trier hatte sie ebenfalls außerordentliche Funktionen: stellvertretende Jugendwartin, Jugendwartin, Frauenwartin und Referentin für Leistungs- und Breitensport. Sie war die erste Frau, die als stellvertretende Diözesanvorsitzende (1972 – 1994) die Geschicke des Verbandes mitprägte.

Der Weg bis zur Diözesanvorsitzenden

Mit Anita Fuhrmann folgte nach Maria Wilkes auf Diözesanebene eine Frau, die aus der Vereinspraxis stammte und auf reichhaltige Erfahrungen zurück blicken konnte. Ebenfalls aus der DJK Ochtendung stammend, vertrat Anita Fuhrmann bis 2010 die Interessen der Frauen im Diözesanvorstand und dies als stellvertretende Vorsitzende. Damit sind die Frauen im geschäftsführenden Vorstand vertreten, womit sich die Abschaffung einer eigenen Frauenwartin im Jahre 2002 begründen lies. Dass seit 2006 der DJK-Diözesanverband von Rosemarie Schorr aus Marpingen geführt wird, verdeutlicht imponierend den Stellenwert der Frauen in der DJK im Bistum Trier. Ihre Wahl war unbestritten und überzeugend.

Seit 1969 wird die DJK-Sportjugend durch die Doppelspitze Jugendleiterin und Jugendleiter erfolgreich geführt, sodass aus diesem Bereich immer wieder weibliche Nachwuchskräfte in die Leitungsgremien der DJK gebracht wurden.

Über die Jahre gesehen hat sich natürlich auch in der inhaltlichen Positionierung des Verbandes Einiges getan. Mit den DJK-Sportexerzitien und der DJK-Übungsleiterausbildung wurden gerade zwei Bausteine im Qualifizierungsprozess eingeführt, die in besonderer Weise Frauen ansprechen und von diesen genutzt werden, ohne eine bewusste Geschlechtertrennung umzusetzen. Die Akzeptanz und Anerkennung unter den Geschlechtern bestimmte die Entwicklung der Frauenbewegung in der DJK im Bistum Trier im Ehrenamt sowie im Hauptberuf. Die hier gemachten Erfahrungen sprechen für dieses koedukative Modell.

Trier, den 06. März 2012


Die Frauen-Internetseite des DJK-Sportverbandes e.V.

Frauenfaltblatt