Bälle für Chikungu
Eine gemeinsame Aktion von Paulinus, Missio und DJK
Fußball als Überlebenstraining: Mit der Aktion “Bälle für Chikungu” rufen der Paulinus, die DJK im Bistum Trier und das Missionswerk Missio in Aachen zur Unterstützung eines in seiner Art wohl einzigartigen Anti-Aids-Projekts in Sambia auf.
Ob beim Fußball heutzutage noch Sport und Spiel zählen oder eher doch das Geschäft im Vordergrund steht, darüber mag man trefflich streiten oder auch nicht mehr. Tatsache ist: Fußball bewegt die Massen, sorgt für überbordende Gefühle, grenzenlosen Jubel oder tiefe Trauer – je nach Spielausgang. Und die Begeisterung ist überall auf der Welt die gleiche, ob in Deutschland oder Italien, in Brasilien und Kamerun oder in – Chikungu.
Chikungu, das ist eine völlig abgelegene, bettelarme Region im afrikanischen Sambia. Auch in Chikungu haben sich die Menschen in den letzten vier Wochen regelmäßig um den Bildschirm geschart – auf der Missionsstation, denn dort steht der einzige Fernseher weit und breit. Aber in Chikungu ist Fußball mehr als ein bloßer Fernsehspaß. Chikungu steht auch für ein in seiner Art vielleicht einmaliges Projekt: Hier gründete der saarländische Afrikamissionar Bruder Helmut Lösch vor 17 Jahren die “Chikungu-Fußball-Liga”. In einer Gegend, in der die Menschen hauptsächlich von der Landwirtschaft leben, in der es so gut wie keine Infrastruktur gibt, keine Industrie und schon gar keine kulturellen Angebote, da ist der Fußball in der langen Trockenzeit nicht nur willkommene Abwechslung im eintönigen Alltag. Und er sorgt dafür, dass die jungen Männer nicht mehr “herumhängen”, Bier trinken und sexuell leichtsinnig werden – im Aids-Zeitalter eine tödliche Gefahr. “Bei uns hat es in all den Jahren, seit es die Fußball-Liga gibt, vielleicht drei oder vier Aids-Fälle gegeben”, sagt Bruder Lösch mit berechtigtem Stolz. “Es kommt darauf an, die gefährliche Phase in der Jugend zu überstehen”, sagt Bruder Helmut, “wenn die Männer erst einmal eine Familie gegründet haben, ist es meistens geschafft.”
Und weil die Chikungu-Fußballmeisterschaft ein Anti-Aids-Projekt der besonderen Art ist, haben sich der Paulinus, das katholische Missionswerk Missio Aachen – das Thema Aids ist Schwerpunkt der diesjährigen Missio-Kampagne zum Weltmissionssonntag – und der katholische Sportverband DJK im Bistum Trier zusammengetan und rufen zur Aktion “Bälle für Chikungu” auf. Denn: für richtige Bälle fehlt das Geld in Chikungu, von Trikots oder anderem Sportgerät ganz zu schweigen.
Sie heißen Jakob Mwanza, Charles Tembo und John Zulu. Bis zu dreimal die Woche trainieren sie mit ihren Mannschaften, gespielt wird sonntags und mittwochs. Die Saison beginnt Ende April oder Anfang Mai und dauert bis in den Oktober hinein. Dann steigt das Finale. Die besten Teams spielen um die Meisterschaft. Das Turnier zieht Tausende von Zuschauern an, Fußball ist Thema Nummer eins in der Region. Jakob, Charles und John sind begeisterte Fußballer, aber sie spielen nicht in den großen Stadien dieser Welt. Sie spielen auf Plätzen, die eher Acker als Fußballfeld sind, die Tore haben sie meist aus Baumstämmen selbst zusammen gezimmert. Manchmal sind sie den ganzen Tag unterwegs, wenn es zu einem Auswärtsspiel geht. Die An- und Abreise erfolgt zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Der robuste, vom Missionswerk “Missio” in Aachen bezahlte Landrover von Missionar Helmut Lösch ist das einzige Auto weit und breit.
Bruder Lösch ging nach seiner Ausbildung als Maurer 1969 als junger Mann mit den Weißen Vätern nach Sambia. Er ist für die praktische Seite der Evangelisierung zuständig. Er baut und repariert Kirchen und Pfarrhäuser. In den Missionswerkstätten von Chikungu, wo sich auch die Katechistenschule und ein Pastoralzentrum der Diözese Chipata befinden, beschäftigt Bruder Helmut unter anderem Maurer, Schreiner, Maler und Gärtner und bildet auch junge Männer in diesen Berufen aus. Sein “Betrieb” ist der einzige in der gesamten Region.
Das Konzept von Bruder Lösch ist so einfach wie erfolgreich: Regelmäßiges Training, der Spielbetrieb, die Meisterschaft als Höhepunkt, all das gibt dem Leben der jungen Männer Ziel und Richtung, verlangt Disziplin, verspricht Erfolg und sorgt für soziale Anerkennung. Fußball insgesamt ist ein Stück Lebensqualität in der Region, für Aktive wie für die Zuschauer: Oft steht das ganze Dorf am Spielfeldrand und feuert “sein Team” an. Ein riesiges Problem für den Spielbetrieb sind die fehlenden Bälle. Zwar stellen die Fußballer aus Plastikabfällen selber Bälle her, aber gute Bälle für den Spielbetrieb sind fast unerschwinglich. Nur dank der Bemühungen von Bruder Helmut gibt es überhaupt Bälle. Mannschaften, die “in Ballbesitz” kommen wollen, müssen sich verpflichten, die nach der Regenzeit in der Regel ausbesserungsbedürftigen Wege und Brücken instand zu setzen oder in ihren Dörfern ein gemeinsames Feld zu bestellen, von dessen Erträgen sie dann einen Teil der Kosten für die Bälle selbst finanzieren können. Oder sie erarbeiten sich einen Ball oder einen Trikotsatz, indem sie eine bestimmte Summe Ziegelsteine produzieren, die Bruder Helmut dann “verbauen” kann.
Und weil die Fußball-Liga nicht “nur” ein Anti-Aids-Projekt der besonderen Art ist, sondern ein Entwicklungsprojekt für eine ganze Region ist, haben Paulinus, die DJK im Bistum Trier und Missio Aachen beschlossen, sich die Förderung des Projektes zu eigen zu machen und rufen zur Unterstützung auf.
Jakob, Charles und John haben ihr Überlebensspiel gewonnen. Sie sind gestandene Familienväter. Und geben ihre Erfahrung weiter: Charles und John sind mittlerweile vom Spielfeld auf die Trainerbank gewechselt.
(Text und Fotos aus Paulinus / Bruno Sonnen)
Aufruf des damaligen Diözesanvorsitzenden Volker Monnerjahn:
Liebe Leserinnen
und Leser!
Als werteorientierter Sportverband ist die DJK schon immer bestrebt, im deutschen Sport und in der katholischen Kirche eine Brückenfunktion wahrzunehmen. Gerade der DJK-Diözesanverband Trier, und hier vor allem die DJK-Sportjugend, hat in den vergangenen Jahren im Rahmen der Bolivienpartnerschaft des Bistums durch projektorientierte Maßnahmen die DJK-Vereine auch für die soziale Verantwortung außerhalb unseres Kontinents sensibilisiert.
Gerade der direkte Sportbezug des Chikungu-Projekts legt der DJK eine Mitarbeit besonders nahe. Die Mitglieder in den DJK-Vereinen können sich sicherlich sehr gut in die Situation der Sportler in Sambia hineinversetzen und sehen die wichtige Aufgabe des Sports als sinnvolle Freizeitbeschäftigung und zugleich als Schutz vor dem Abdriften. Ich bin überzeugt davon, dass viele Menschen bereit sind, dieses Projekt zu unterstützen. Deshalb rufe ich alle DJK-Vereine und darüber hinaus alle Leser dieser Zeilen auf, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und vielfältige Ideen zu entwickeln und umzusetzen, um den Sportlerin in Sambia zu helfen. Sowohl Sachspenden in Form von Fußbällen und Trikots, aber auch Geldspenden kommen über die Geschäftsstelle des DJK-Diözesanverbandes Trier ganz sicher ans Ziel.
Volker Monnerjahn (2003)
Spendenkonto und Adresse:
DJK-Sportverband Diözesanverband Trier
Konto-Nummer: 300 792 50 25
Pax Bank in Trier (BLZ 585 602 94)
Stichwort “Chikungu”
Die DJK stellt Spendenquittungen aus.
Sachspenden bitte an
DJK-Geschäftsstelle
Herzogenbuscher Str. 96
54292 Trier
Tel.: 0651-24040
Spendenbarometer:
An Geldspenden von Privatpersonen und DJK-Vereinen – sowie von der Klasse 8b der Alfred-Delp-Schule Hargesheim, die ca. 7.500 Euro erwirtschaftete – konnten
21.535,17 EURO
zu Bruder Lösch weitergeleitet werden
Fußbälle:
Industriebedarf Schneiders, Keil
10 Stück
DAK Bezirksgeschäftsstelle Trier
20 Stück
Firma Blang, Trier
11 Stück
SV Altrich
2 Stück
Manfred Zilles, Mörsdorf
1 Fußball mit den Unterschriften der aktuellen deutschen Fußball-Nationalmannschaft
Familie Schell, Korlingen
4 Stück
DJK Wernerseck Plaidt
2 Stück
Barbara Jung, Theley
2 Stück
Ministrantenrunde 2003 Koblenz
8 Stück
Stefan Kolle, Bad Neuenahr-Ahrweiler
3 Stück
Ministrantenrunde 2005 Bitburg
7 Stück
PUMA über “irrlicht-film” (Ingo Rudloff, Berlin)
10 Stück
SV Mettlach AH (üb. Andreas Kiefer)
10 Stück
Hans Nieswandt, Vallendar
1 Stück
Trikots:
DJK Morscheid: 1 Trikot-Satz
Eintracht Trier: 150 Trikots
SV Altrich: 2 Trikot-Sätze; 2 T-Shirt-Sätze
DJK Marpingen: 4 Trikot-Sätze
DJK Ottweiler: 1. Trikot-Satz
DJK Wernerseck Plaidt: 2 Trikot-Sätze
Alte Herren Laudert / Lingerhahn: 2 Trikot-Sätze
Spvgg. Rheinhöhe Perscheid: 1 Trikot-Satz
SV Sirzenich: 4 Trikot-Sätze
DJK Königsfeld: 3 Trikot-Sätze
Die Messdiener der Pfarrei Oberwesel: 1 Trikot-Satz
DJK Adler Bad Kreuznach: 1 Trikot-Satz
SC 66 Rechtmehring; Jugendleiter Sebastian Mayerhofer:
5 Trikot-Sätze
HFC Pitt; St. Wendel: 2 Trikot-Sätze
Marlene und Erhard Hüsch (Malergeschäft); Mudersbach:
3 Trikot-Sätze
Sporthaus Simons Trier (Günter Albrecht):
16 Trikot-Sätze (siehe “Wieder Trikots und Bälle auf den Weg gebracht”)
VFL Bochum über “irrlicht-film” (Ingo Rudloff, Berlin):
1 Trikot-Satz
SV Mettlach AH (üb. Andreas Kiefer)
3 Trikot-Sätze
DJK St. Michael Marpingen
6 Trikot-Sätze
DJK Adler Bad Kreuznach
spendete 186 bedruckte T-Shirts – vom Silvesterlauf 2005/06
sowie 5 Trikotsätze aus dem Vereinsbestand
Marlene und Erhard Hüsch (Malergeschäft); Mudersbach:
1 Trikot-Satz
Spendenübergabe
DJK-Unterstützung für Bruder Helmut Lösch (März 2004).
Vorstandsmitglied Bernd Morgen (Mitte) übergibt die erste Geldspende – einen Scheck über 750 Euro – an Pater Walter von den Weißen Vätern (links) und Bruno Sonnen, Paulinuschefredakteur. Des weiteren wurden Fußbälle und Trikots übergeben, die von den Weißen Vätern nach Afrika weitergeleitet werden
Wieder Trikots und Bälle auf den Weg gebracht
Wieder Trikots und Bälle auf den Weg gebracht
(7. August 2005)
DJK im Bistum und Sport Simons Trier engagieren sich erneut für Chikungu
Von Bruno Sonnen, Chefredakteur Paulinus
Die Unterstützung für die Chikungu-Fußball-Liga von Bruder Helmut Lösch in Sambia geht weiter. Von Trier aus wurden jetzt wieder Trikots und Bälle “in den Busch” gebracht. Mit 16 kompletten und nagelneuen Trikotsätzen unterstützt allein Günter Albrecht, Inhaber des Fachgeschäfts “Sport Simons” in Trier, die von dem saarländischen Afrikamissionar Bruder Helmut Lösch gegründete Fußball-Liga in der bettelarmen abgeschiedenen Region Chikungu im Osten Sambias. Weitere zwei Trikotsätze steuerte bei der Übergabe an Pater Otto Walter von den Afrikamissionaren (Weiße Väter) am 26. Juli in Trier Rainald Kauer vom katholischen Sportverband DJK im Bistum Trier bei. Diese beiden Trikotsätze spendeten Marlene und Erhard Hüsch aus Mudersbach (“Trierische Insel”). Und weil die Fußballer in Chikungu auch weiter Bedarf an Bällen haben, legte der Referent der DJK gleich noch sieben fair gehandelte Gepa-Bälle mit dazu, mit denen beim jüngsten Endrundenturnier der Ministranten des Bistums in Bitburg gekickt worden war. Die “guten Gaben” aus dem Bistum werden von den Weißen Vätern nach Antwerpen gebracht, von wo aus sie per Schiff den langen Weg nach Afrika antreten.
Seit Beginn der Solidaritätsaktion vor knapp drei Jahren haben sich zahlreiche Gruppen und Einzelpersonen, DJK-Vereine und Schulklassen zugunsten von Chikungu engagiert (siehe Spendenbarometer). Die Menschen in Chikungu sind bettelarm und können sich Bälle, Trikots oder anderes Sportgerät nicht leisten.
Der Fußball ist in Chikungu auch ein einzigartiges Anti-Aids-Programm und Bruder Lösch schreibt in einem seiner jüngsten Briefe: “Aids wird auch bei uns immer mehr ein Problem. Wir haben aber unter den aktiven Fußballspielern in den letzten zwölf Jahren sehr, sehr wenige an Aids verloren.”
Günter Gerhardus (re), Mudersbach, übergibt Trikots von Marlene und Erhard Hüsch (Mudersbach) an den Jugend- und Bildungsreferenten Rainald Kauer (DJK-DV Trier)
Die Schüler der Klasse 8b von der Alfred-Delp-Schule in Hargesheim haben in der Weihnachtszeit 2005 mit ihrem Lehrer Wolfgang Friedsam (DJK Oberwesel) einige FIFA-WM-Projekte initiiert, von denen eines für die “Freunde” von Bruder Helmut Lösch in Chikungu besonders interessant war:
Es handelte sich um 10.000 Exemplare dieser wundervoll kreativ gestalteten Postkarten, die zugunsten der Anti-Aids-Prävention von Bruder Lösch verkauft wurden. Adidas hatte den Druck gesponsort.
An Bruder Lösch konnten am Ende der Aktion 5.705 Euro überwiesen werden. Zusammen mit Spenden von Missio und Paulinus konnte er den notwendigen Jeep anschaffen, ohne den im Busch nichts “läuft”.
Bruder Helmut Lösch auf „Heimaturlaub“
Afrika-Missionar besucht die DJK
Wer ihm begegnet spürt, dass sich dieser Mann normalerweise in einem anderen Kulturkreis bewegt. Seine Zeit verbringt er in Afrika, in einer bettelarmen Region in Sambia, diesem südöstlich gelegenen Land. Seit drei Jahrzehnten kümmert er sich um die Menschen dort, bringt ihnen unterschiedliche handwerkliche Fähigkeiten bei. Farben zusammenstellen, um mit dem anschließenden Anstrich die Häuser zu verschönern; Holzverarbeitung, um Schränke, Betten, Türen und Fenster zu schaffen; Ziegelsteinherstellung, um anschließend Häuser, Brunnen und Straßen bauen zu können.
Stolz spricht Bruder Helmut darüber, dass “bis vor drei Jahren haben wir das alles noch ohne Strom geschaffen, mittlerweile gibt es allerdings an einigen Orten Elektrizität“. Alle vier Jahre macht sich dann der gebürtige Saarländer auf den Weg nach Deutschland, um Freunde, Partner und seine Familie zu besuchen. Nachdem sich die DJK, Missio und Paulinus seit drei Jahren intensiv um seine Fußballprojekte kümmern und mithelfen, dass die Aidsrate nach wie vor niedrig bleibt, lies er es sich nicht nehmen, bei der DJK vorbeizuschauen.
Besuch auf der DJK-Geschäftsstelle
Das war schon ein besonderer Moment, als Bruder Helmut seinen Besuch auf der DJK-Geschäftsstelle abstattete. Während der Fußball-Weltmeisterschaft gab es natürlich viel zu erzählen, schließlich fördert das Projekt „Bälle für Chikungu“ den Fußballsport in Sambia und damit den Kampf gegen Aids, da die Jugendlichen eine Perspektive durch den Sport geboten bekommen. „Ghana bei der Fußball-WM, das ist ein großer Impuls für ganz Afrika und natürlich auch für Chikungu,“ verdeutlichte der Missionar. Dass Ghana eine tolle Rolle in Deutschland spielte, hilft bei der Umsetzung der WM 2010 in Südafrika zudem. Natürlich freut sich Helmut Lösch auf dieses schöne Ereignis in vier Jahren in Johannesburg, „nur 1.000 Kilometer, da fahre ich bestimmt mal hin“. Er macht allerdings auch darauf aufmerksam, dass es zu Konflikten zwischen Reich und Arm im Umfeld der WM kommen könnte, „das ist ein echtes Problem, das zu Spannungen führen kann“. Gleichzeitig lädt er alle Fußballfans, die dieses Fußballfest besuchen werden, zu einem Besuch bei ihm ein. Mitgebracht auf die DJK-Geschäftsstelle hatte er viele schöne Fotografien aus Afrika. In seiner großen Tasche, in der er alle wertvollen Sachen bei sich trägt, schlummerten einige Schätze. Mit einem Ölgemälde, das ein afrikanisches Hüttendorf in herrlicher Landschaft darstellt, überraschte er die Mitarbeiter/innen der Geschäftsstelle.
Besuch der Klasse 8b der Alfred-Delp-Schule in Hargesheim
Mächtig ins Zeug legten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b der Alfred-Delp-Schule mit ihrem Klassenlehrer Wolfgang Friedsam. Als DJK´ler waren Wolfgang Friedsam die Aktivitäten von Bruder Helmut Lösch bekannt und so entwickelte er gemeinsam mit seinen Schüler/innen eine einmalige Unterstützung. Durch den Verkauf von Fußball-WM-Postkarten konnten sie dem 67-jährigen Missionar 7.500 Euro zur Anschaffung eines Jeeps zur Verfügung stellen. „Das tut wirklich gut und zeigt die große Solidarität der Jugendlichen mit Afrika. Vielen, vielen Dank!“ So der sichtlich gerührte Missionar der Weißen Väter. Dass er die Menschen, die mit Aids infiziert sind, nicht alleine lässt, machte er eindrucksvoll deutlich, „es gibt keine Familie, in der es keine Waisenkinder gibt. Darüber hinaus sind 2005 alleine 1.000 Lehrer an Aids gestorben, das ist eine echte Katastrophe, weil dadurch der Bildungsstand fehlt.“ Interessiert lauschten die Schüler/innen, Schulleiter Koch und die Elternsprecherinnen Frau Rimbke und Frau Eicholz den Ausführungen von Bruder Helmut zu. Betroffenheit breitete sich aus. Aids vernichtet ganze Familien und außer das Leid zu lindern ist lediglich Aufklärung die einzige Hilfe! Der erfahrene Missionar verstand es, vom Leben in Afrika zu berichten, das er niemals missen wolle. „Es ist ein so herrliches Land und die Menschen sind so dankbar und hilfsbereit. Es gibt kaum Kriminalität und ich musste niemals Angst um mein Leben haben“. Er hat sich mit den Einheimischen und der Umwelt arrangiert, kennt ihre Rituale und Gewohnheiten, kennt aber auch die Tierwelt und deren Gefahren. Und so berichtet er von seinen Begegnungen mit Löwen, oder wie man mit einem Pfiff eine ganze Herde Elefanten vertreiben kann und warum die Frauen ständig die Hüttenböden und Außenböden kehren, um Schlangenspuren rechtzeitig im Sand zu erkennen. Eine interessante und abwechslungsreiche Stunde, die sich deutlich vom üblichen Schulunterricht unterschied, verging wie im Fluge und wird den Schüler/innen noch lange in Erinnerung bleiben. Der Missionar wünschte den Schüler/innen alles Gute und Gottes Segen und verabschiedete sich mit den Worten „auf ein Wiedersehen bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika“. Worauf sich spontan fünf Schüler bei ihm für eine Herberge interessierten.
Eine besondere Rolle spielte Diözesanvorsitzende Rosemarie Schorr bei den Besuchen von Bruder Helmut, durfte sie doch als Taxi fungieren, wie es der Missionar auch in Afrika gewohnt ist. „Es ist schon ein tolles Erlebnis, wenn man so authentisch und nahe die Situation und Probleme der Menschen eines armen afrikanischen Landes erklärt bekommt. Jetzt kann ich mich besser in die Situation hineindenken und Hilfe organisieren. Bruder Helmut Lösch ist ein prima Botschafter! Wir werden ihn und seine Bemühungen weiter unterstützen und uns hoffentlich gesund bald wieder sehen“, so die Vorsitzende der DJK im Bistum Trier.







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