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Geschichte und Tradition

In einem kurzen Abriss soll die 90-jährige Geschichte der Deutschen Jugendkraft (DJK), des katholischen Sportverbandes für Leistungs- und Breitensport, der offen ist für die ökumenische Gemeinschaft, dargestellt werden. In diesen 90 Jahren hat der DJK-Sportverband eine bewegte Geschichte erfahren, die sich in vier Epochen aufgliedern lässt.


1. Die Zeit der Gründung und Entwicklung (1920-1933)



Diese Epoche ist gekennzeichnet von der pluralen Entfaltung des Sports und der Sportverbände in der Zeit der Weimarer Republik. Der DJK-Sportverband ist in dieser Zeit eng mit den kirchlichen Strukturen (Pfarreien, Diözesen, Standesverbänden) verbunden. Seine Mitglieder stammen aus vielen Schichten der Bevölkerung. Politisch orientieren sich die Mitglieder zumeist am (katholischen) Zentrum. Sportwettbewerbe und —spiele und große Sportfeste wie die DJK-Reichstreffen von Düsseldorf 1921, Köln 1927 und Dortmund 1932 werden in eigener Regie durchgeführt. Die Prälaten Carl Mosterts und Ludwig Wolker können als die führenden Persönlichkeiten des Verbandes bezeichnet werden. Zum DJK-Sportverband – damals hieß er DJK-Reichsverband, hervorgegangen aus den Turn-, Spiel- und Wanderabteilungen der katholischen Jungmänner- und Jünglingsvereinigungen – zählen auch die sporttreibenden Mitglieder anderer katholischer Vereinigungen (Kolping, Neudeutschland u.a.), so dass die Mitgliederzahl 1932 auf 255 000 aktive Sportler anwächst. Der Verband stellt somit eine bedeutende sportliche, pädagogische und kulturelle Kraft im Sport und in der Kirche dar.

2. Die Zeit der Verfolgung und Auflösung (1933-1935)

Dieser Abschnitt geht als die dunkelste Epoche in die Geschichte der Deutschen Jugendkraft ein. Diese Zeit ist geprägt durch die Einwirkungen der nationalsozialistischen, totalitären Machtpolitik (Gleichschaltung, Führungsprinzip), die sich brutal in der Ermordung des DJK-Reichsführers Adalbert Probst im Juli 1934 äußert. Im Vertrauen auf das Reichskonkordat hoffen die kirchlichen und sportlichen Kreise der DJK noch zu retten, was zu retten ist, was allerdings ihre Auflösung im Jahre 1935 nicht verhindern kann. Die DJK-Idee wird jedoch in die Zeit nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg gerettet.

3. Die Zeit der Wiedergründung und des Wachstums (1947-1961)

Im Oktober 1947 wird die DJK in Düsseldorf als “Arbeitsgemeinschaft Deutsche Jugendkraft” der bereits wieder bestehenden DJK-Vereine gegründet. Nach dem geistigen Zerfall und der totalitären Willkür des NS-Reiches ist eine neue Orientierung im Sport geboten. In dieser Phase entwickelt sich die DJK “zweigleisig”: der “DJK-Hauptverband” mit Sitz in Altenberg, später in Düsseldorf, und der “DJK-Zentral-Verband” (Rhein-Weser) mit Sitz in Hamm. Der Hauptverband unter Leitung von Prälat Ludwig Wolker – einer der Gründungsväter des Deutschen Sportbundes – sucht nach neuen Formen der Mitarbeit im deutschen Sport (Integration in den Deutschen Sportbund, Verband mit besonderer Aufgabenstellung). Der Zentralverband unter Leitung von Prälat Kaspar Schulte folgt traditionalistisch den Spuren der DJK in der Weimarer Zeit. Nach jahrelangen Querelen finden dann 1961 die beiden Organisationen zum DJK-Sportverband zusammen.

In diese Zeit fällt auch die Gründung des DJK-Diözesanverbandes Trier, der den Zusammenschluss von heute 83 DJK-Sportvereinen im Bistum Trier darstellt. Auf der Jugendburg des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Marienburg, kam es am 30. April 1952 zu diesem Gründungsereignis. Den Vorsitz übernahm Paul Pankert von der DJK Gutweiler gemeinsam mit dem Geistlichen Beirat, Pastor Wolsfeld aus Biewer, ihnen folgte Karl Daum aus Trier gemeinsam mit Pater Peus (DJK/MJC Trier). Von 1955 bis 1986 bekleidete Karl Metzger (Speicher), von 1986 bis 1996 Alois Kapell (Kelberg) von 1997 bis 2006 Volker Monnerjahn (Oberwesel) und seit 2006 Rosemarie Schorr das Vorsitzendenamt. Als Geistliche Beiräte agierten Dr. Aloys Ludwig (Bous), Ordinariatsrat Berthold Zimmer (Trier), Christopherus Klemann (Neunkirchen) und seit 2006 ein Beiräte-Team mit Pfr. Otmar Fechler an der Spitze.



4. Die Zeit der Konsolidierung und der sportlichen, kulturellen Ausprägung (1962-2000)

1953 bereits ist das Amt des 1. Vorsitzenden der DJK von Prälat Wolker auf einen Laien, Johannes Sampels, übergegangen. Der Verband lebt nun in der Mitverantwortung der Laien, denen der Geistliche Beirat (später Bundesverbandsbeirat) zur Seite steht. Die 50-Jahr-Feier des Verbandes 1970 in Würzburg bringt die Vereinigung der bisher getrennt existierenden männlichen und weiblichen DJK-Sportler. Die Vorsitzenden der DJK, Johannes Sampels (1953-1964), Franz Ballhorn (1964-1974), Dr. Wolfgang Reifenberg (1974-1990), Dr. Klaus Bischops (1990-1994) und wieder Dr. Wolfgang Reifenberg (ab 1994) wie auch die Geistlichen Beiräte und Bundesverbandsbeiräte Willy Bokler (1954-1968), Paul Jakobi (1968-1988), Manfred Paas (1988-1996) und Hans-Gerd Schütt (ab 1996) prägten in den letzten 30 Jahren gemeinsam mit vielen Verantwortlichen das Erscheinungsbild der Deutschen Jugendkraft im deutschen Sport und darüber hinaus gemeinsam mit der FICEP, dem Internationalen Katholischen Sportverband, im europäischen Sport. Die Verbindung mit dem Arbeitskreis “Kirche und Sport” macht den heute mehr als 530 000 Mitglieder zählenden DJK-Sportverband zum wertvollen Partner beider Institutionen auf den verschiedenen lokalen, regionalen und überregionalen Ebenen unserer Gesellschaft.

Strukturen, Ziele und Aufgaben der DJK sind in Satzungen verankert. Ein bedeutender Grundwert ist dabei die Entfaltung der Persönlichkeit durch Bewegung, Spiel und Sport in christlicher Gemeinschaft. Die Kultur des ganzheitlichen Lebens gehört ebenso zum Sinnverständnis der Deutschen Jugendkraft wie die Pflege der sportlichen, pädagogischen und sozialen Aufgaben. Der Sport als “Subsystem” ist wie die Gesellschaft stets im Wandel begriffen. Allerdings heißt das nicht “Anpassung um jeden Preis”. Das bedeutet, dass sich auch die DJK neuen Tendenzen im Sport nicht verschließen kann. Vielmehr gilt es, den positiven Tendenzen und den zahlreichen Werten in einem demokratischen und pluralen Sport zu entsprechen, die durch Bewegung, Spiel und Sport erfahren und gelebt werden.

Die DJK bemüht sich wie kaum ein anderer Sportverband, den Werten, die Sport vermitteln kann, gerecht zu werden. Es gibt genügend Beispiele dafür bei Zusammenkünften, Gottesdiensten, Tagungen, Schulungen, in den zahlreichen Schriften, die der DJK-Sportverband und “Kirche und Sport” herausgeben. Gerade die Geschichte der DJK offenbart dieses kulturelle, pädagogische, soziale und auch im guten Sinne kritische und doch partnerschaftliche Engagement des Verbandes. Diese Geschichte macht deutlich, dass unter den jeweiligen zeitlichen und räumlichen Bedingungen stets eine Idee, die tragende “Kraft”, eine “jugendliche Kraft” ist. Diese zeigt sich in ihrer Kreativität, in der Gestaltung von Projekten und Aktivitäten in den DJK-Vereinen und Diözesanverbänden wie die Einführung und Erprobung neuer Sportarten, Mitgliederwerbung, Sport-Dialoge und Öffentlichkeits-arbeit, oder auf der Bundesebene die großartigen DJK-Bundesportfeste, die DJK-Winterspiele und die Breitensportfeste. Dazu zählen auch die gemeinsamen Aktivitäten mit dem Deutschen Sportbund, die Kreativität und Solidarität freisetzen. Das alles macht die Leitidee aus.

Bekannte DJK-Sportler:

-Eberhard Schöler (Tischtennis, DJK TuSA Düsseldorf)
-Jörg Roßkopf (Tischtennis, DJK-BW Münster)
-Harald Norpoth (Läufer, DJK SG Telgte)
-Rolf Jaros (Dreisprung, DJK TuSA Düsseldorf)
-Gaby Weller (Turnen, DJK Herdorf)
-Peter Bouschen (Dreisprung, DJK TuSA Düsseldorf)
-Dirk Nowitzki (Basketball, DJK Würzburg)
-Michael Uhrmann (Skispringen, DJK WSV Rastbüchl)
-Kirstin Silbereisen (Tischtennis, DJK Ochtendung und DJK Kolbermoor)
-Severin Freund (Skispringen, DJK WSV Rastbüchl)
-Lili Schwarzkopf (Siebenkampf, DJK Andernach)
-Marc Lamsfuß (Badminton, DJK Wipperfeld)
-Kai Kazmirek (Leichtathletik, Neuwieder LC